Autofrei leben

Autofrei leben

Autofrei leben

Autofrei leben – das klingt so nach Freiheit. Doch bedeutet ein Leben ohne Auto nicht vielmehr Verzicht, Unbequemlichkeit und jede Menge Nachteile?

Ich habe den Vorteil, dass ich in Hamburg lebe – also einer Stadt, in der man alles bekommt und zwar über ein gut ausgebautes Netz des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV). Deshalb kann ich sagen, dass sich ein Leben ohne Auto – das wir schon immer führen – für uns genauso gut und komfortabel anfühlt.

Autofrei oder unfrei?

Doch viele Menschen in unserer Umgebung können sich ein Leben ohne Auto gar nicht vorstellen. Dabei ist es gar noch nicht so lange her, dass das vollkommen normal war. Noch vor 100 Jahren waren Autos reiner Luxus und vor nur 50 Jahren hatte keineswegs jeder wie selbstverständlich ein Auto nur für sich alleine.

Warum erscheint es uns also heute teilweise unmöglich, ohne Auto auszukommen? Im Grunde genommen vor allem deshalb, weil die Wege weiter geworden sind. Untersuchungen haben gezeigt, dass wir 1920 genauso viele Wege pro Tag zurücklegten wie heute, nämlich 3.

Mehr Verkehr, gleiche Mobilität

Das kuriose: Wir brauchen dafür auch in etwa genauso lange wie damals, nämlich rund 1 ¼ Stunden. Der Unterschied ist, dass wir weitere Wege zurücklegen müssen: 1920 waren es nur 4 Km, 1970 schon 25 km und 1980 sogar 30 km.

Heute sitzen im Durchschnitt 1,5 Personen in einem Auto, das über unsere Straßen rollt. Das bedeutet, dass wir fossile Energie verbrennen, damit ein Auto von etwa 1-3 Tonnen 1,5 Menschen mit einem Gewicht von geschätzten 90 bis 140 Kilo durch die Gegend fährt. Ganz zu schweigen davon, dass ein Auto durchschnittlich 23 Stunden pro Tag ungenutzt in der Gegend herumsteht und den Anblick der Städte verschandelt.

Umdenken und anders fahren

Diese Entwicklung lässt sich natürlich nicht einfach zurückdrehen. Und unser Anliegen ist es überdies auch nicht, wieder zurück ins 20. Jahrhundert zu kehren. Doch angesichts der Umweltprobleme, der Lärm- und Abgasbelastung und vielem mehr müssen wir umdenken.
Ein erster Schritt kann es sein, einfach mal für einen Monat auszuprobieren, wie es ist, dein Auto einfach mal stehen zu lassen. Vielleicht wirst du nach der Zeit dein Auto dennoch behalten wollen. Ja, vielleicht genießt und schätzt du es dann umso mehr. Aber vielleicht wird dir in dieser Zeit auch bewusst, wo du in deinem Leben bewusst auf dein Auto verzichten kannst – und es dir dabei sogar besser geht.

 

Also: Mach mit und stell dich der Herausforderung, spare einen Monat so viele Auto-Kilometer wie möglich!

(Du kannst natürlich auch mal probieren, einen Monat komplett auf das Auto zu verzichten. Verleihe es doch dazu – dann kommst du gar nicht erst in Versuchung 😉 Über Plattformen wie tamyca, Drivy oder Car Unity kannst du es von privat für privat verleihen und dabei auch noch etwas verdienen.

 

Hast Du eine Idee für eine eigene Aktion?

Dann schreibe uns und wir veröffentlichen sie:

Kommentare (7)

  • Ich lebe nun bald 3 Jahre autofrei und genieße ie Frei-heit sehr.

    Ein halbes Jahr nach dem Autoverkauf habe ich einen Blogartikel (siehe http://www.einfachbewusst.de/2014/11/auto-verkauft) veröffentlicht, in dem ich die Vorteile aufzähle, ohne fahrbaren Untersatz zu leben. Hier ein Auszug davon:

    1. Mehr Geld & Möglichkeiten

    Ich habe für das fünf Jahre alte Auto noch 4.700 Euro bekommen.
    Ich spare jeden Monat 200 Euro. Laut meinem Haushaltsbuch hat mich mein Fahrzeug im letzten Jahr bei einer Laufleistung von nur 5.000 Kilometern 250 Euro pro Monat gekostet. Nun gebe ich für meine Mobilität keine 50 Euro aus.
    Ich kann weniger arbeiten und habe mehr Möglichkeiten, da ich Rücklagen gebildet habe und weniger ausgebe.

    2. Mehr Bewegung & Gesundheit

    Ich sitze weniger.
    Ich erledige viele Besorgungen zu Fuß.
    Ich komme locker auf die empfohlenen 10.000 Schritte täglich.
    Ich habe nach sieben Jahren mein Fahrrad wieder startklar gemacht und mache damit Besorgungen, die mehr als fünf Kilometer entfernt liegen.
    Ich bin mit Stephi acht Tage durchs herbstliche Nordbayern geradelt.
    Ich trainiere Herz, Kreislauf und den Bewegungsapparat mehr als zuvor.
    Ich bin weniger gestresst.
    Ich habe neuen Antrieb gewonnen.
    Ich wiege zum ersten mal seit 15 Jahren wieder unter 80 Kilogramm.

    3. Mehr Nachhaltigkeit & Tierschutz

    Ich verursache 600 kg CO2-Emissionen weniger pro Jahr.
    Ich konnte meinen ökologischen Fußabdruck um über 10 Prozent reduzieren.
    Ich habe einen Schritt in die Postwachstumsökonomie gemacht.
    Ich habe Hunderte Insekten und andere Tiere gerettet, da sie nicht durch mein Auto zu Tode gekommen sind.
    Ich fühle mich stärker mit der Natur verbunden als zuvor.
    Ich verursache weniger Lärm.
    Ich möchte nächstes Jahr mit der Bahn oder dem Bus nach Berlin und müsste nur einmal umsteigen. Dort würde ich den Supermarkt ohne Verpackungen besuchen, einen Stadtrundgang durch das alternative Berlin machen und testen, ob Berlin wirklich die vegan-freundlichste Stadt Deutschlands ist.

    4. Mehr Kontakte & Kommunikation

    Ich unterhalte mich beim Gehen und Radfahren und in den öffentlichen Verkehrsmitteln öfter als zuvor im Auto.
    Ich komme mit Menschen in Kontakt, die ich sonst nicht getroffen hätte.
    Ich lade Stephi oder Freunde zum Essen oder zu einem Getränk ein, wenn sie mich in ihrem Fahrzeug mitnehmen.

    5. Mehr Freiheit & Glück

    Ich bin mit Stephi aufs Land gezogen, obwohl es zum nächsten Supermarkt fünf Kilometer sind.
    Ich stehe nicht mehr im Stau, sondern warte höchstens mal auf Bus oder Bahn (und lese dabei ein Buch).
    Ich muss mich nicht mehr mit der Parkplatzsuche herumärgern.
    Ich erledige weniger Papierkram, da ich Kfz-Haftpflichtversicherung, Kaskoversicherung, Kfz-Steuer und ADAC-Mitgliedschaft kündigen konnte.
    Ich muss weder zum Tanken noch zum Waschen noch in die Werkstatt noch zum TÜV.
    Ich besitze weniger und lebe mehr.
    Ich habe ein besseres Gewissen.
    Ich bin glücklicher.

    • Hallo Christof, das klingt ja wirklich überzeugend. Ich lebe schon immer autofrei, deshalb kann ich die Vorteile gar nicht so gut auf den Punkt bringen wie du 😉

      Übrigens: Wer noch tiefer einsteigen will, in den Übergang zum autofrei(er)en Leben, dem kann ich das neue Buch von Bernhard Knierim empfehlen. Hier meine Rezension dazu:

      https://www.fuereinebesserewelt.info/autofreier-leben/

  • Andrea und Jamsmin

    Wir sind schon seit längerem beim umrüsten, Jahreskarten, Fahrräder besorgen, und auch Anhänger, und das wir kostengünstiger und mobil sind nur das dauerd halt etwas, ausserdem hat sich Nachwuchs angekündigt und da muss auch noch einiges getan werden….

  • Daniela Weber

    Hallo. Mich interessiert ob jemand eine gut umsetzbare Idee hat wie man auf dem Land Auto frei leben könnte. Ich meine damit richtig Land. In unserem „ Dorf“ leben neun Erwachsene. Davon vier voll Berufstätig in unterschiedlichen Städten/ Orten mit unterschiedlichen Arbeitszeiten, zwei ohne Führerschein und einer pflegebedürftig. Die nächste Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel und Getränke liegt in 16 Kilometern Entfernung, der nächste Arzt in 18 Kilometern und zu Ikea sind es über die Autobahn 50 Kilometer und über die Landstraße etwa 70 Kilometer. Gibt es realistische Alternativen ?

    • Selina

      Leider gibt es keine Lösung weil es politisch/wirtschaftlich nicht gewollt ist! ich lebe seit 16 Jahren auf dem Land-in Österreich, und zog damals nach der Scheidung ins billigste Bundesland-Burgenland.
      ohne Auto geht es nur im Sommer, der dauert aber kaum drei Monate.
      heute.am 17.4.19: morgens bitterkalt mit Frost überall, das Auto schneeweiss, zu Mittag hat es dann 16-20 Grad, …ich heize inzw. seit Monatsbeginn mit sauteurem Strom weil ich es satt habe 35km zum Brikett kaufen zu düsen.2x die oche machte ich das den ganzen Winter-ich kann das Haus hier nicht alleine lassen…der nächste Ort ist nur 20min. zu Fuß…aber der Dreck unterwegs-die LKW, der Staub, der Regen, die Sonne…schau dir mal all die Leute an, die hier kein Auto ahben, pensioniert oder arbeitslos und die zu Fuß müssen! das zehrt! beim mitteleuropäischem Wetter-im Winter ist es unmöglich…Lieferungen von Brennmaterial sind im Preis explodiert..das rechnet den Dreck den du mit ofen hast nichtmehr…nie Platzhirschen die dich mit Baumaterial und co versorgen schlagen ordentlich drauf…Billa ist hier ums Eck so teuer, dass 2x 35km(eine Richtung) zu fahren sich schon rechnet! denn Aldi und Lidl sind um Häuser (40%) billiger,….Nahversorgung via Bauernmarkt nicht machbar, da nicht existent…am Land kannst du kein Gemüse kaufen!? nur bei rewe und co!
      ich lebte vor 10 Jahren wärend der 2.Scheidung hier unter extrems armseligen Sparmassnahmen ohne Auto bzw alles mit Rad und zu Fuß….ich verbrachte Stunden im Regen und in glühender Hitze unter gnadenloser Sonne und kenne in dieser Gegend jeden weg oder Stein selbst alle alten Abkürzungen durch Wälder und Auen…
      ich bin inzw. gesundheitsbedingt pensioniert-weshalb wohl: das gesunde Landleben im Dreck und Staub? die immensen Autokosten die dich zwingen woanders zu sparen?Auto ist der Ausgleich für billigeres Wohnen ausserhalb von sehr teuren Wohngegenden , die eine gute Infrastruktur hätten. ich kann mir Auto nur leisten weil ich es selber warte und repariere-sonst gehen Jährlich gleich mal 1000,- extra drauf, über die Grenze nach Ungarn…ja billig, ok, aber nichtmehr-zu gefährlich inzwischen.
      ich suche aktuell , da pensioniert, die Belohnung einer warmen Gegend in der es noch eine Kleinstadt mit (täglichem)Bauernmarkt/Direktvermarkter Angebot gibt…und einem Arzt, der deutsch/englisch kann und ich keine 30% Selbstbehalt habe wie in Frankreich.und der mir meine Tabletten ohne Probleme verschreibt, was bei eienr HRT nicht einfach ist…also Lösung nach 16 Jahren:zurück in eine Stadt! es ist besser und sauberer dort! nur das Wohnen ist das teure Problem…
      nur ich muss hier sanieren…das HAus ist sonst kaum zu verkaufen und das Startkapital ist nach 30 JAhren bescheissen lassen von Politik und Arbeitgebern und 2 Scheidungen eben nicht mehr als es ist…also wie etwas kaufen um nicht wieder in einem Nest mit sauteurer oder nichtmehr vorhandener Nahversorgung mit eiskalten Wintern und Dauerregen im Übergang zu versauern? wo es schön und praktisch ist, kosten Immobilien ein Vermögen…
      vielGlück! Selina
      die 2-3x/Woche 100km fährt um nicht in dreckigen Cafes oder Supermärkten Gift zu kaufen, sondern vernünftig und sauber einkaufen zu können…es ist alles eine Frage der Anbieter: Öffies sind hier auch dreckig…ganzzu schweigen von Wiener Öffies..
      !igitt!
      also bitte: eine Stunde einkaufen im Eisregen im Winter…wer machts vor? eine Stadt in der ich mir das wohnen leisten kann ohne mich prostituieren zu müssen(viele tun das! haben so 2-3 Freunde , die bei der Miete dann mithelfen!!!)und wo ich vernünftiges Essen und bezahlbares Heizen/Warmwasser bekomme…ja das schau ich mir an, ich komme aus der BAubranche und habe genug schimmlige nasse feuchte abgesottete Häuser gesehen…esist einfach kein Geld für die wichtigen Dinge da und Kosten erzeugen Wachstum….ergo: wer will, dass wir es leicht günstig und ohne Auto ahben? die „da oben“ sicher nicht!

  • Daniela Weber

    P.s. Ich fahre im Frühjahr, Sommer und Herbst auch oft mit dem Rad zum einkaufen wenn ich sonst keine größeren Termine am Tag habe da ich für die einfache Strecke schon 45 Minuten brauche ( es ist sehr hügelig bei uns ), also 1 1/2 Stunden nur für die Fahrt ohne Einkauf) aber im Sommer kann ich dann nichts gekühltes oder Gefrorenes kaufen weil es bis nach Hause fast aufgetaut ist.

    • Selina

      1Artbesuch=eine Tagesreise(hin und zurück), ganz zu schweigen von Spitalsaufenthalten, wenn kein Bus geht dann Taxi? oder 8 Stunden laufen? ich will nicht sagen dass ich dagegen bin, sondern dass ich es gelebt habe! und weiss, dass es auf Dauer gesundheitlich am Land nicht geht! am Rad nehme ich kaum 2 Tage Essen mit..also 4x die Woche 2 Stunden mit dem Rad bei Jedem Wetter? Lieferservice gibt es ja auch wieder nur dort wo es sowieso gute Infrastruktur/Einkaufsmöglichkeiten gibt…sonst gäbe es ja niemanden der es liefert! also in der Stadt.
      1 Woche-1Monat…ok, dann atmen alle auf, und die Testläufe waren ausnahmslos im Sommer und alle nutzten Freunde und Bekannte für Autofahrten zum Mitnehmen (aus).
      das ist so wie Leute, die Blogs schreiben, dass sie ohne Arbeit und Wohnsitz durch Europa dingeln und steuerfrei Geld verdienen und nicht mehr brauchen-das geht nur mit ner Familie im Hintergrund, die dich abfängt..in puncto Wohnen also schon mal mit geerbtem Wohneigentum ohne zu hohem Hebesatz! in guter Lage-gut heisst: Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte! nicht Aussicht oder Schnickschnack…
      conclusio: wohne billig / leistbar (nicht 800.- bis 1200,- Miete /Monat!!!) in einer Stadt mit günstigen Nahversorgern=Großketten; denn Rewe und Delikatessläden kosten 40-100% mehr: da rechnet sich dann das Auto…ich fahre rel. weit und oft weil ich es so will/bisher wollte: also kosten Gebaruchtwagen im Monat400,- essen max 300,- aber ich kann auch dort wo ich hinfahre schön essen gehen, was es hier nicht gibt, wo ich wohne…mein Haus gehört mir: 80.000,-(?) in 16 Jahren…Abgaben um die 300/Jahr:(Müll und Steuern)…80.000,-/16=5000,-/Jahr=420,-/Monat+Auto 400,-+Abgaben=850,- im Eigentum…ich kann es jetzt mit etwas Investition wohl mit verlust verkaufen…
      Wohnen in der Stadt: 800,- kalt/warm? und nach 16 JAhren NICHTS!!!!! das Auto ist der Wohnkredit des Kleinen MAnnnes…
      lb.gr.Selina, die Auto und vielleicht auch das nur herumstehende Motorrad bald verl´kaufen und wieder Fussgängerin werden wird.

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