Klamottenkur

Klamottenkur

Klamottenkur

Es ist Zeit, unseren Kleiderkonsum zu reduzieren

Fast alle haben viel zu viele Kleider im Schrank. Viele davon werden laut einer Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace kaum oder gar nicht getragen, bevor sie im Müll landen. Reparieren tun wir Kleidung oder Schuhe kaum noch. Das hat seinen Preis:

Rund 7000 Liter Wasser verbraucht die Produktion einer einzigen Jeans. 3500 krebserregende, hormonell wirksame oder anderweitig giftig Chemikalien setzt die Textilindustrie ein, um Rohmaterialien zu bunt bedruckter Kleidung zu verarbeiten. Dazu kommen die schlechten menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Fabriken, in denen unsere Stoffe und Kleider hergestellt werden. All das, nur damit wir grenzenlos neue (billige) Kleidung kaufen können. Der Trend zu Fast Fashion heizt das ganze noch mehr an: Bis zu 52 Mikro-Kollektionen haben manche Modeketten pro Jahr. Das fördert immerzu den Wunsch nach neuen Kleiderstücken.

Wie sieht eine Klamottenkur im Zeitraffer aus? So:

Kirsten Ebert und Britta Sabin zeigen in ihrem “Kleiderschrankinterview” sehr schön wie so ein Kleiderschrankaufräumen aussehen kann. Film Kleiderschrankinterview from Modeprotest on Vimeo.

Warum ist die Klamottenkur sinnvoll?

Wie viele Kleider hast du im Schrank? Welche trägst du tatsächlich und gerne? Was ist dein persönlicher Stil? Und welche Anforderungen und Bedürfnisse hast du in Bezug auf Kleidung? Wenn du diese kennst, kannst du Kleidung bewusster und damit umweltfreundlicher und sozialer einkaufen.

Und um das herauszufinden, hat sich die Kampagne Modeprotest (www.modeprotest.de) eine tolle Aktion einfallen lassen: Einmal im Jahr – immer zur Fastenzeit – rufen die Modeprotestler*innen alle Menschen dazu auf, ihre Garderobe bewusst zu entschlacken und mal sieben Wochen mit nur 50 Kleidungsstücken auszukommen.

Probiere die Klamottenkur jetzt aus!

Du kannst die Klamottenkur (www.klamottenkur.de) auch jederzeit für Dich machen, denn sie ist im Grunde ganz einfach, sie findet vor deinem Kleiderschrank statt.

Denke daran: Veränderungen brauchen Zeit. Es ist daher ratsam, dass du tatsächlich eine Testdauer von sieben Wochen durchhältst und dabei ehrlich zu dir bist. Nur so kannst du neue Handlungsmuster langfristig annehmen.

Klicke auf die unten genannten Schritte, um zu den Anleitungen zu gelangen

Kommentar (1)

  • Kleidung ist eine der schlimmsten Vergeudungsfallen – auch für den Geldbeutel.
    Der Teufel, der einen darin fängt und festhält, heißt „Mode“.
    Die Mode ist eine Art Aberglauben oder auch Wahn, denn sie führt zu falschen Schlüssen über das Gegenüber, die sich allein aus irrelevanten äußeren Merkmalen ableiten: „Kleider machen Leute“! „Hauptmann von Köpenick“!
    Fakt ist: wer sich nicht von der Mode emanzipieren, wer Kleider oder überhaupt Sachen nicht unabhängig vom „Trend“ oder „Mainstream“ schön oder unschön finden kann, dem fällt auch auf anderen Gebieten das selbständige Denken schwer.
    Fakt ist: Kleidung ist primär dazu da, daß ich mich darin wohlfühle. Daß ich nicht friere oder überhitze, mich nicht genieren muß und nichts kratzt oder drückt.
    Menschentierchen, besinn dich – deine Kleidung sollte vor allem sowas wie ein gut funktionierendes Fell sein!
    Alles Andere ist sekundär.

    Seit es die moderne einfache Kleidung gibt, Jeans und Pullis, Sweater und Shirts, kann man sich auch als Frau mühelos nach dieser aufgeklärten Sichtweise verhalten.
    Das tue ich seit meiner Teenagerzeit.

    Habe dafür auch Ärger gehabt, v.a. mit meiner Mutter, die behauptete, ich sei wegen meines fehlenden Interesses an Klamotten und Styling nicht richtig weiblich, in Wirklichkeit hätte sie aber einfach nur gern eine andere Frau IHRER Art gehabt, mit der sie schminken spielen und klamotten probieren kann und hat mit allen Mittln versucht, mich zu dieser Kumpelin zu machen, die ich doch nicht zu sein bestimmt war.
    Schlüsselerlebnis: mit 14.
    Mutti hatte mich immer wieder bekniet, doch mal auch nen bunten Rock zu tragen und ne Bluse. Endlich wollte ichs ihr rechtmachen. Zog eine geblümte Bluse an und einen geblümten Rock und ging auf die Kirmes. die Teile waren verschieden geblümt, darauf hatte ich nicht geachtet, ich war froh, mich überhaupt zu diesem Schritt durchgerungen zu haben, damit das ewige Gemecker aufhört, das mir angst machte – wie hätte ich das in dem Alter auch anders empfinden können? Auf der kirmes machte ich mir mein Vergnügen, aß Süßes, haute den Lukas, schoß an der Bude, fuhr Scooter, dachte an nix böses, und als ich wieder heimkam, glaubte ich, einen Freudenruf Muttis erwarten zu können: „spitze, endlcih hast du dich mal hübschgemacht“. Stattdessen kam ein Entsetzensschrei: „um gotteswillen, wie schaust du aus, wie n clown, so bist du auf die Kirmes gegangen, da macht man ja Witze über dich!“ Nämlich wegen der verschieden geblümten Muster, das galt und gilt als geschmacklos…
    Von diesem moment an war mir klar, hübschmachen is nich, ich fall damit ja doch bloß rein,
    und ich trug von Stund an nur noch „Nonkonformistenuniform“.

    Kleidung soll ordentlich sein, sauber und farblich zueinander passend. Das geht mit minimalem Aufwand gerade mit der heutigen Hose-und-shirt-Kluft. Neue Garnitur anziehen, wo es drauf ankommt, wenn man z. B. zum Chef, zum Dokter oder zur Bank geht; alte, wo es nicht nötig ist, auf möglichen Aberglauben fremder Leute bezüglich des Äußeren einzugehen. Zuweilen macht es sogar Sinn, „arm auszusehen“… schreckt Bettler und Schmarotzer ab.

    Was ich an Kleidung habe, wird ewig und drei Tage benutzt, eins meiner schwarzen Hemden ist noch aus der Studentenzeit, den 80ern. Ist ein Shirt löchrig, mache ich Lumpen zum Putzen daraus. Fehlt mir was, kriege ichs meistens zu Weihnachten geschenkt. Auch gibt meine alte Schwiegermama mir Hosen ab, die ihr zu weit werden, sie trägt so schwarze Dinger mit Gummizug, die super bequem sind und ganz ordentlich aussehen dabei.

    Dadurch, daß ich das so handhabe, gebe ich im Jahr vielleicht 100 euro für Kleidung aus und für Schuhe – ich laufe barfuß, wann und wo es immer geht, oder trage Mokassins aus Stoff, billige sneaker und im Garten Gummilatschen – eher noch weniger. Auch habe ich mit der Kledage so gut wie keine Arbeit, kann meine Zeit für Dinge nutzen, die mir mehr Spaß oder Nutzen bringen.

    Praktiziert: begonnen mit 14, in voller Selbstbestimmung durchgeführt ab 18, dann kontinuierlich.
    Ergebnis: Habe nie errechnet, wie viel mein Einfachheits-Stil an Geld erspart hat, aber ich schätze, 1000 Euro pro Jahr werden es bestimmt gewesen sein, Kleidung selber gekauft hab ich ab 18, rechnen wir also 35 Jahre x 1000 Euro – 35000 Euro – das ist der gesamte Kaufpreis des Hauses, das ich 2001 erwarb, und noch Geld für nen Gebrauchtwagen oben drauf!
    In Rohstoffen gerechnet, hat mein Entschluß sicherlich mehr als 1 Kubikmeter Stoff gespart.
    Aufwand: null! im Gegenteil, es erleichtert das tägliche Leben enorm, über Klamotten nicht nachdenken zu müssen.

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