Wurmkiste bauen

Wurmkiste 5: Kompostwürmer richtig füttern

Kompostwürmer ernähren sich von abgestorbenen organischen Resten. Genauer gesagt raspeln sie die von anderen Kompostorganismen zerkleinerten und von Bakterien aufgeweichten Schichten, da sie keine Zähne haben.

Wurmkiste selbst machen: Das richtige Futter

Geeignet für die Wurmkiste

Folgende Reste eignen sich gut für deine Kompostwürmer:

  • Kartoffel-, Zwiebelschalen und andere rohe Gemüsereste wie Salatstrünke
  • Tee- und Kaffeesatz, Filterpapier und Teebeutel (nicht aus Plastik!)
  • ungesalzene, gekochte Reste (etwa Pellkartoffelschalen)
  • zerkleinerte Eierschalen
  • abgeschnittene Fingernägel und Haare (auch Tierhaare)
  • Schnitt- und Topfblumenreste

Gut ist es, die Reste klein zu reißen oder zu schneiden. Aber wenn dir das zu aufwendig ist, macht es auch nicht so viel, es dauert dann nur etwas länger mit dem Kompostieren.

Ungeeignet für Wurmkisten

Nicht so gut für die Wurmkiste geeignet sind folgende Reste:

  • Knoblauchzehen (Schalen gehen aber)
  • Ingwer
  • Schalen von Zitrusfrüchten (wirken antibakteriell und zersetzen sich daher langsam)
  • Brotreste (schimmeln schnell)

Grundsätzlich kannst du diese Reste auch kompostieren. Aber in einem so kleinen Kompost wie der Wurmkiste empfehlen sie sich nicht, weil sie stark schimmeln oder streng riechen oder durch ihre antibakteriellen Eigenschaften das Gleichgewicht durcheinander bringen können.

Wie viel verträgt meine Wurmkiste?

Oft lese ich, dass die Kompostwürmer die Hälfte ihres kollektiven Gewichts pro Tag fressen. Eine Kiste mit knapp 1000 Würmern (also mit einem Gewicht von ca. 1 kg) verdaut pro Tag 500 g – also 3,5 kg in der Woche.

Das ist meiner Erfahrung nach etwas hoch angesetzt. 1,5 bis 2 kg pro Woche scheint mir für eine normal große Wurmkiste (ca. 40x50x30cm) realistischer zu sein. Lass es am Anfang zudem lieber etwas langsamer angehen. Füttere lieber erst einmal kleinere Portionen und beobachte wie es läuft. Es dauert etwa 1 bis 2 Wochen, bevor die Grünabfälle soweit aufgeweicht sind, dass für die Würmer das große Fressen losgeht.

Kompostwürmer richtig füttern

Am besten sammelst du alles, was bei dir in der Küche so anfällt und bringst es einmal in der Woche zur Kiste. Zum Füttern schiebst du einfach die obere Deckschicht weg, legst die frischen Reste obendrauf und deckst sie wieder ab.

Du kannst die Reste auch etwas eingraben. Dann siehst du auch gleich, ob die Kiste feucht genug ist und ob sonst alles in Ordnung ist. Wer die Wurmkiste direkt in die Küche stehen hat, kann sich das Zwischenlagern im Biomülleimer auch sparen und alles direkt in die Kiste entsorgen.

Was geschieht im Urlaub?

Wenn du mal verreist bist kommen die Tiere in der Kiste auch gut 2 bis 3 Wochen ohne Fütterung aus. Wasser ist etwas kritischer. Aber auch das geht, wenn du vor dem Wegfahren etwas gießt, die Kiste kühl steht und gut abgedeckt ist. Ansonsten bitte jemanden, 1 mal pro Woche zu gießen. Die Wurmkiste ist also auf jeden Fall pflegeleichter als andere Haustiere oder Zimmerpflanzen :-).

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Kommentare (3)

  • Isa

    hallo bin begeistert . meine roten kompostwürmer stellen für mein gartenboden wurmhumos her die ich in wurmcafes habe …ich würde gerne wissen wollen wenn möglich wie kann ich meine süssen würmer verwöhnen ..gibt es da ein rezept für gute nahrung herstellung ? und beste humos zu bekommen ? ich benütze momentan pferdemist kuhmist 60% und 40% küchen abfälle ..mache ich da was falsch ? habe gehört tee beutel ( TEE ) wäre nicht gut da es EISEN enthalten würde ..?

    • Hallo liebe Isa, da kann ich dir aus dem Stand leider keine Antwort geben, weil wir einen Kompost draußen im Garten haben. Aber ich frag mal bei Judith nach und schreibe hier eine Antwort rein, sobald ich sie habe! Danke für deine Frage! Ilona

      • Judith Henning

        Liebe Isa,

        Tee in die Wurmkiste zu tun, ist grundsätzlich überhaupt kein Problem, vor allem, wenn es Bio-Tee ist. Es klingt auch so, als würdest du deine Würmer schon sehr verwöhnen. Bei mir in der Kiste kommen Zwiebelschalen und kleingeschnittene Gemüsereste immer sehr gut an.
        Vor allem anderen aber ist es wichtig, dass in der Kiste ein gutes Klima herrscht: das heißt feucht, aber nicht nass und dass sie weder zu kalt noch zu warm steht.

        Viel Freude und Erfolg beim Kompostieren weiterhin!
        Judith

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Initiator*in
Judith Henning / Foto: Amelie Hensel
Judith Henning
Aktiv für : Metagarten
  • Website : www.judithhenning.de/
  • Interessen : (urbane) Permakultur, Wurmkompost, Bokashi, Gemüseanbau in der Stadt, Kistengärtnern
  • Motto : Das „richtige“ tun, sollte Spaß machen - If it’s not fun, it’s not sustainable.
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