Vorschau | TIERE

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Wie können wir endlich mit der Tierwelt kooperieren? Diesen Monat suchen wir nach Lösungen für ein respektvolles Miteinander.

Einstieg mit Küsschen

MAREK ROHDE: Waldi, Hansi, Mucki, Toby, Robbi, Bella und Frida - Frida sitzt hier gerade zwischen uns...

ILONA: Und Lilly!

MAREK ROHDE: Genau, und Lilly. Das sind alles Tiere, die mein Leben begleitet haben und bei Dir kommen bestimmt auch noch einige mit dazu...

Frida küsst selten, aber leidenschaftlich

Das hier ist Frida, die wir im letzten Jahr zu uns geholt haben. Eine etwas ältere Hundedame. Und... ein Küsschen  gibt es auch... Wie schön! Und man sieht es schon: Unter dem Einsatz aller wollen wir, in diesem Teil - dem 10. Themengebiet geht es bei uns um die Tiere. Das ist ein Thema, bei dem ich recht zwiegespalten bin. Wir haben uns einiges vorgenommen und wollen ein bisschen davon berichten, was es werden wird.

Welche Erkenntnisse wir uns versprechen

ILONA KOGLIN: Ich glaube auch, wie Du, dass es ein harter Monat wird, weil mich dieses ganze Thema Artensterben und auch Massentierhaltung unheimlich beschäftigt. Und eins der schlimmsten Themen für mich ist, mich damit auseinanderzusetzen. Das habe ich schon bei der Recherche für unser Buch viele Male erlebt. Ich weiß, dass es jetzt auch wieder schlimm wird, die ganzen Bilder zu sehen mit Menschen zu sprechen, die Daten und Fakten zu sehen.

Auf der anderen Seite glaube ich, dass es ähnlich wie beim Thema Grünes, durchaus auch total bereichernd ist, sich mit Tieren als Lebewesen auseinanderzusetzen. Ich habe das gemerkt durch Bella, unseren ersten gemeinsamen Hund, wie viel man doch von so einem Tier lernen kann. Das ist nämlich echt viel mehr, als man so denkt. Und das erhoffe ich mir eben auch von dem Monat. Wir machen ja auch Sachen, wie Tiere zu beobachten... da bin ich schon ganz gespannt, wie einen das vielleicht auch positiv bewegt. Dinge vor Augen führt, die eigentlich wichtig sind im Leben. Einen so ein bisschen auf den Boden der Realität bringt. Ähnlich wie es Pflanzen tun... Und einem bewusst macht, wie so der ganze künstliche Trubel, den man so als Mensch veranstaltet im wesentlichen eigentlich gar nicht so wichtig ist.

M R: Das stimmt. Ja.

Dazu kann ich noch sagen, dass in den letzten Monaten und Jahren - auch durch die Recherche in unserem Buch - habe ich noch mehr als auch vorher schon auf Tiere acht gegeben. Hier sind wir ja gerade im Naturschutzgebiet. Raakmoor nennt sich das. Und da ist es so, dass immer ganz kleine Frösche unterwegs sind. So winzige Minifrösche. Und ich eigentlich schon fast gar nicht mehr die Natur drumherum mitbekomme, sondern eigentlich immer auf den Boden gucke, ob jetzt irgendein Minifrosch gerade unseren Weg kreuzt - weil ich Angst habe, da drauf zu treten. Das natürlich auch in Jahreszeiten mache, wo überhaupt keine Frösche unterwegs sind. Das ist einfach so drin.

Also das heißt, ich achte sehr auf Tiere und hoffe jetzt noch weitere Erkenntnisse über sie zu bekommen.

Welche Zahlen uns beeindrucken

I K: Es gibt natürlich viele Zahlen, die einen beeindrucken könne. Jetzt gerade aktuell, in letzter Zeit, war es die Meldung, dass in den letzten knapp 30 Jahren 3/4 aller Insekten in Deutschland verschwunden sind. Also nicht Arten die ausgestorben sind, sondern die Menge an sozusagen individuellen einzelnen vorhandenen Insekten ist um dreiviertel zurückgegangen. Also da ist noch ein Viertel von dem da, was vor knapp dreißig Jahren da war. Das hat mich wahnsinnig bewegt, denn das hat wirklich eine unglaubliche Dimension. Weil, wenn die Insekten weg sind, sind als nächstes die Singvögel weg, die sich von denen ernähren - oder die Igel. All die Tiere, die sich nun mal von Insekten ernähren. Und danach dann die jeweils größeren Tiere. Das hat wirklich eine unglaubliche Dimension.

So wie ich das jetzt gehört habe, ist dieses Thema auch gar nicht erforscht. Das ist für mich einfach schockierend zu sehen, dass so etwas essenzielles für unser Leben völlig unbeachtet und desinteressiert so am Rande, als Nebenmeldung, mitläuft.

M R: Da gibt es so viele Dinge, die uns davon auch ablenken...

I K: Ja, und dass das neueste Smartphone da irgendwie wichtiger zu sein scheint. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.

Und die andere Zahl ist auch eine, die mich schon jahrelang bewegt. Das ist die gigantische, unvorstellbar hohe Zahl an Tieren die qualvoll in der Massentierhaltung leben und sterben. Das sind aktuell pro Jahr 753 Millionen einzelne Lebewesen. Individuen!

M R: In Deutschland?

I K: Nur hier in Deutschland. Genau. Einzelne Individuen, die Schmerz erleben, die Hoffnung haben, die traurig sind, die Freude zeigen, die wirklich unter unvorstellbaren Bedingungen leben und sterben...

M R: Bei mir gibt´s auch noch eine Zahl, die ich frappierend finde, die ich letztens gerade entdeckt habe. Und zwar sind das 20 Milliarden Euro, die jährlich mit Wildtieren - die geraubt und gehandelt werden - umgesetzt werden. Dazu gehört bestimmt auch beispielsweise das Elfenbein von Elefanten, gehören Tiere die auf der Artenschutzliste stehen. Die einfach irgendwo weg geraubt, erschossen und dann weltweit über den Globus gehandelt werden. 20 Milliarden Euro! Verbotenerweise. Das ist das viertgrößte Verbrechen weltweit (hinter dem Handel mit Drogen, gefälschten Produkten und Menschen), was das Kapitalvolumen betrifft. Das ist für mich eine Zahl, die ist geradezu gigantisch und die berührt mich auch.

I K: Allerdings... Wenn man sich das mal bewusst macht, dass Tiere ja gar nicht so unterschiedlich von uns sind. Wir glauben ja als Menschen immer, dass wir so völlig anders sind als die Tiere. Aber wenn man es sich mal anschaut, dann ist der Unterschied zwischen einem Hund und einer Qualle viel größer als der Unterschied zwischen einem Hund und dem Menschen. Und das zu sagen: Wir sind völlig anders und stehen da total drüber, deswegen dürfen wir mit Tieren alles machen, Hauptsache es bringt Geld und sorgt für unsere Bequemlichkeit...

Das ist etwas, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Wobei ich auch erwarte, dass es in dem Monat in unseren Kommentarspalten wieder heiß her geht. Weil das eben auch ein sehr kontroverses Thema ist und da die Positionen häufig wirklich frontal aufeinanderprallen. So dass ich da durchaus schon weiß, dass viele Menschen das total anders sehen als wir.

M R: Ja. Da gibt es ganz unterschiedliche Meinungen und manche sagen auch schlichtweg: Ich lasse mir da meine Meinung nicht verbieten - erst mal komme ich und dann kommt das Interesse der Tiere!

Und das haben wir uns vorgenommen

I K: Wir wollen in diesem Monat wild Orte bei uns im Garten schaffen. Wir haben dort schon viele wilde Orte im Garten, aber die wollen wir jetzt noch mehr "systematisch" konkret so gestalten, dass sie einen guten Schutz und Lebensraum für Tiere darstellen. Gerade jetzt wenn der Winter kommt...

M R: Für Igel beispielsweise...

I K: Genau, dass Igel sich da ein Winterquartier einrichten können. Und andere Dinge. Das wollen wir machen. Und dann will ich auch einen Petitionsmarathon starten. Das heißt, ich will mich mal damit beschäftigen, was eigentlich die Missstände sind, die mich am meisten bewegen und wo ich Abhilfe schaffen will? Gibt es dazu irgendwelche Online-Petitionen, Online-Aktionen oder ähnliches? Dann werde ich gucken, wie ich da mitmachen kann. Ich will das Ganze aber auch kritisch hinterfragen und will mal versuchen herauszufinden, welche Wirkung dieser Clicktivism, also diese Online-Klickaktionen wirklich haben. Oder ob das eigentlich nur der Beruhigung des eigenen Gewissens dient. Dass man das Gefühl hat, man habe jetzt was gemacht.

M R: Und dann machen wir noch etwas zusammen. Eine weitere Aktion, wo wir Tiere beobachten wollen. Wahrscheinlich hier im Raakmoor. Im Moment ist das Wetter ja eher so, dass sich Tiere zurückziehen. Wir müssen mal gucken, was wir da im Einzelnen finden. Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht die Enten sein werden, die hier im Teich sind. Da werdet Ihr noch ein bisschen mehr sehen können.

Ich wäre sonst auch ganz gerne in die Innenstadt gefahren und hätte mir mal die Tauben vorgenommen, die ja ein schlechtes Image haben. Von denen ich meine, dass man sie sich mal mit etwas Geduld, mehr Zuneigung und Liebe anschauen sollte. Auch zu denen gibt es eine Geschichte, die eher traurig ist.. Aber das machen wir vielleicht später dann noch in einem anderen Kontext. Hier werden wir uns erst mal bei uns in der "Straße" - da sind wir ja noch - mit den Tieren beschäftigen, di bei uns in der Nähe sind. Und das ist nun mal bei uns, glücklicherweise, ein einem Naturschutzgebiet.

I K: Ja, großes Glück. Das stimmt.

Mit wem wir sprechen wollen

I K: Wir haben uns auch wieder vorgenommen, mit vielen Leuten zu sprechen. Wer steht denn bei Dir so auf der Interview-Liste?

M R: Einerseits habe ich den Kevin Pottmeier. Der hat einen sehr interessanten Vortrag gehalten, den ich auf YouTube gesehen habe, zu "Anthroprozentrismus und Speziesismus in der Sprache". Und zwar geht es darum, wie wir eigentlich schon in unserer Alltagssprache Begriffe verwenden, die Tiere herabwürdigen. Das ist das eine...

Und zum anderen mit dem Patrick Sabatkiewicz, der Mitgründer ist des Vereins tierretter.de und der loszieht mit anderen, um Tiere zu retten und darauf hinzuweisen, wie Tiere in der industriellen Tierhaltung - wie Du es eben auch schon angesprochen hast - gehalten werden. Und das versucht, publik zu machen. Das finde ich sehr spannend.

Ich würde obendrein gern noch mit Menschen sprechen, die vielleicht Lebenshöfe und ähnliche Projekte unterhalten oder auch einfach aus dem Tierschutz kommen. Da bahnt sich im Moment gerade was an. Ich dass da was passieren wird.

I K: Ich habe mir jetzt erst mal drei Interviewpartnerinnen und Partner vorgenommen. Das erste ist eine Frau, die hier in Hamburg vegane Spaziergänge und Radtouren macht. Stefanie Rückert heißt die. Und die lebt schon ganz lange vegan. Mit ihr würde ich zu dem Thema vegan leben und welche Bedeutung haben Tiere eigentlich sprechen.

Dann habe ich die Friederike Schmitz angefragt, die hat ein super Buch geschrieben zum Thema Tierethik, was ich echt jedem empfehlen kann, der in das Thema einsteigen will. Das ist ein ganz kleines Büchlein, ist wirklich gut geschrieben. Mit der möchte ich gerne über das Thema Tierethik sprechen. Denn das fand ich sehr erhellend.

Und das dritte ist, dass ich beim NABU angefragt habe. Denn die haben hier in Hamburg auch so Naturschaugärten und da würde ich gern mit jemand über das Thema Insektensterben sprechen. Und dann am liebsten mit denen gemeinsam auch noch mal durch diesen Schaugarten gehen und dann gucken, was die eigentlich alles so an wilden Orten geschaffen haben. Und uns da auch für unsere eigenen Aktionen inspirieren lassen.

Unsere drei Fragen

Und dann haben wir natürlich wieder unsere drei Fragen, wie bei jedem Thema

1. Wann macht deine Beziehung zu Tieren positiv? Was können uns Tiere (und umgekehrt) geben?
2. Wie leben wir mit Tieren gut zusammen? Wie könnte eine gute soziale Gemeinschaft mit Tieren aussehen?
3. Wie schützen wir den Lebensraum von Tieren? Zum Beispiel von wilden Tieren?

Damit haben wir wieder Fragen, die wir auch euch stellen.

Mach mit

I K: Soviel zu dem was wir uns für den nächsten Monat vorgenommen haben.

M R: Ja, das ist einiges wieder.

I K: Natürlich freuen wir uns, wenn ihr mit dabei seid. Denn wie immer werden wir alles mit Video dokumentieren und hier auch veröffentlichen. Und wir hoffen, dass Ihr Euch wieder mit dazuschaltet. Und für heute sagen wir erst mal Tschüss, oder?

M R: Ja, wir sind jetzt noch ein bisschen unterwegs. Spazieren jetzt noch ein bisschen mit dem Hund umher - wie wir es jeden Tag tun. Genießen die Natur und beobachten wahrscheinlich schon an manchen Stellen jetzt Tiere die hier unterwegs sind und freuen uns einfach auf den nächsten Monat, denn die Tiere sind für uns ein ganz wichtiges Thema...

I K: Ein Herzensthema.

M R: Ja, das bringt nicht nur Spaß. Es macht eben viel aus und wir hoffen, dass wir da noch einiges ergründen können und euch auch zeigen werden. Bis dahin erst mal alles Gute, lasst es euch gut gehen und...

I K: Seid lieb zu den Tieren!

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