Experiment Second Hand | KLAMOTTEN

Experiment Second Hand | KLAMOTTEN

Kleidung aus zweiter Hand ist gut für deinen Geldbeutel, die Umwelt und dein Leben, denn es wird dadurch garantiert bunter, lustiger, überraschender und voller neuer Geschichten.

Klamotten aus zweiter Hand

Seit dem ich denken kann oder vielmehr, seit dem ich ein Wörtchen bei der Kleiderwahl mitzureden habe, trage ich gerne Second Hand-Klamotten. Nicht deshalb, weil ich mir nichts anderes leisten könnte, sondern deshalb, weil es mir gut gefällt. Ilona und ich haben darüber nachgedacht, warum wir eigentlich alle soviel Klamotten kaufen müssen - möglichst billig - und die dann wieder schnell weggeben. Welche Klamottenberge dadurch überhaupt anwachsen und ob das alles überhaupt notwendig sein muss, so wie es derzeit läuft. Wir haben und auf den Weg gemacht und haben uns intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir mehr Klamotten aus zweiter Hand in unser Leben lassen können. Und wir haben darüber hinaus einige Erfahrungen gemacht, die interessant waren...

Second Hand als Teil des persönlichen Stils

Das hier bin ich, 1968, mit meiner Schwester, in einer Zeit in der es üblich war, Klamotten von anderen, zum Beispiel von älteren Geschwistern nicht wegzuschmeißen, sondern weiter aufzutragen.

Marek Second Hand 1968

Dieses Bild hier ist aus den 70er Jahren. Hier mache ich bei einer Schulaufführung gerade mein John Lennon-Gesicht und habe schon fast meinen Stil gefunden.

Marek Second Hand 70er Jahre

Und hier, in den 80er Jahren war ich bereits Stammkunde in Second-Hand-Läden und liebte die Klamotten der 60er und 70er – also meiner eigenen Kindheit.

Marek Second Hand 80er Jahre 1

Selbst den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich das nicht geändert und ein großer Teil meiner Kleidung war stets aus zweiter Hand. Bis heute.

Marek Second Hand 90er Jahre 1

Riesige Altkleiderberge

  1. Wie gehen wir grundsätzlich mit alten Klamotten um? Laut Fairwertung e.V. werden jährlich in Deutschland ca. eine Million Tonnen Gebrauchttextilien in Altkleidersammlungen gegeben. 62.000 LKW voll! Stell Dir das mal vor... Seit Mitte der 1990er Jahre ist das jährliche Sammelaufkommen an Textilien, um mehr als 20% gestiegen. Was für ein riesiger Berg... Wir sollten einfach viel weniger kaufen!
  2. Doch es hat auch Konsequenzen, was wir mit Klamotten machen, die wir nicht mehr brauchen! Wenn wir sie weggeben, können wir die Kleidung und Schuhe bei sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen abgeben, wo sie zum Beispiel an hilfsbedürftige Menschen gehen. Oder wir gehen den einfacheren Weg und tun sie in Container und Haustürsammlungen, wo sie aber in der Regel an gewerbliche Textilverwerter gehen. Das macht schon einen Unterschied!
  3. Hier mal ein paar Zahlen: Von den gebrauchten Kleidung werden durchschnittlich 15-17 % zu Putzlappen verarbeitet, 17 – 19% sind Recyclingstoffe, 10% sind Abfall, 2-3% Haushaltswäsche, 3-4% Assessores usw., 6-8% Schuhe... 2-4% sind super erhalten, sogenannte Cremeware, 6-8% gehören immerhin der Qualitätsklasse I und 30-32% der Klasse II an.

Und da das Sortieren reine Handarbeit ist und die Verwertung oft nicht kostendeckend, geben viele Sortierbetriebe diese Arbeit in Niedriglohnländer ab. Unsere, oft viel zu billig gekauften Sachen. Keine schöne Vorstellung, oder?

Aktion in vier Schritten

Die vierte Aktion im Themenbereich Klamotten dreht sich um gebrauchte Kleidung und umfasst vier Schritte:

Im ersten Schritt habe ich mich festgelegt, wie lange ich nur noch Kleidung aus Second Hand besorgen will. Drei, sechs, neun oder sogar zwölf Monate. Ich habe mich für drei Monate entschieden.

Jede Menge Webseiten

Beim zweiten Schritt haben wir mal im Internet recherchiert, was es in der Nähe so an Second Hand-Läden, Flohmärkten, Kleidertauschparties, Verschenkläden- oder Boxen gibt. Wir leben in Hamburg und da gibt es natürlich einiges. Wenn es bei Dir in der Gegend nicht so doll aussieht, dann schau doch mal, ob Du vielleicht selbst was organisieren kannst.

  • Im Internet haben wir nach wenigen Minuten schon einiges gefunden. Zum Beispiel Umsonstläden bei uns in der Stadt – vom Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg
  • Eine längere Liste mit Umsonstläden in aller Welt
  • Oder eine größere Übersicht, über Geschenkboxen in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich
  • Auch Klamotten zu Mieten geht. Zum Beispiel über die Seite Kleiderei, hier aus Hamburg
  • Oder Kilenda, mit einem Angebot für Kindermoden
  • Dann Flohmarktseiten, wie die von Shpock
  • Tauschseiten wie die vom Kleiderkreisel
  • Von Zamaro
  • Oder dem Tauschgnom.
  • Wer Flohmärkte liebt und in Berlin, Hamburg, Köln, München oder Leibzig wohnt, könnte bei beim secondhand.guide fündig werden. Hier findet man über Open Streetmap-Karten etliche Einträge aus den Städten
  • Dann gibt es noch den Kleiderkorb
  • Und Oma Klara, bei der es wohl aussergewöhnliche Stücke aus Omas Schrank zu haben gibt

Die Recherche lohnt sich also. Bestimmt gibt es noch viel mehr.

Shoppen gehen

Dann aber kam der entscheidende dritte Schritt. Doch da wir genügend Klamotten in unseren Schränken liegen haben, haben wir das ganze umgedreht und überlegt, wo wir unsere gebrauchte Kleidung loswerden können. Ilona hatte die Klamottenkur gemacht und das zum Anlass genommen, einige Kleidungsstücke auszusortieren. Ich habe ebenfalls mal meinen Kleiderschrank durchforstet. So ist Ilona schließlich mit einer Tasche voller Kleidung zu einem temporären Second-Hand-Laden zur Feldstraße in Hamburg gegangen.

Ilona geht Second Hand shoppen

Und ein paar Tage später hat sie die Sachen wieder abgeholt. Mit einem kleinen Erfolg... 🙂

Ilona geht Second Hand shoppen 2

Fazit

Die Bilanz unserer Aktion Second Hand sieht wirklich gut aus, denn wir haben herausgefunden, wie wir die Klamotten wertschätzender behandeln können: in dem wir einfach ihre Lebensdauer verlängern. Und wir haben etliche Möglichkeiten herausgefunden, wie wir das machen können. Einerseits über das Internet, auf der anderen Seite aber auch über die kleine Aktion von Ilona mit dem Second Hand-Laden.

In dem Video trage ich übrigens eine NASA-Anzug, den ich mal in den 90er Jahren Second Hand ergattert habe und freue mich immer noch darüber, wenn ich ihn mal sehe und wenn ich noch da rein passe.

Marek im NASA-Overall

Und er sagt mir, weil er eigentlich mehr ist als ein Kleidungsstück - wie ein Symbol, denn ich muss an die Shuttle-Missionen denken und die Menschen die dort oben im Weltall auf die Erde und die begrenzten Ressourcen schauen, dass er eigentlich für meine Haltung zu meinen Klamotten stehen sollte. Und eigentlich auch zu der Wertschätzung, die ich ihnen entgegenbringen muss. Das ist eigentlich eine Haltung die ich sowohl zu unserem Planeten habe, als auch zu der Klamotte die ich im Film trage.

Was ist deine Meinung? Was machst Du mit deinen getragenen Klamotten?

 

Aktion: Second Hand

Aktion: Second HandÜbrigens: Du kannst diese Aktion auch selber machen. Wir würden uns freuen - ganz besonders, wenn Du uns davon berichtest. Wenn du dich auf dieser Plattform anmeldest, kannst du zudem dabei Weltretterpunkte sammeln und so können wir gemeinsam anderen zeigen, was wir schon bewegt haben.

Wenn du also denkst, dass man Klamotten nicht einfach so wegwerfen sollte, dann schau doch mal in unsere Aktion rein. Wir geben dir Schritt für Schritt Tipps, wie du mit Second Hand-Klamotten umgehen kannst.

Zur Aktion "second Hand"

 

Wir freuen uns, wenn du über deine Erfahrungen auch hier bei uns berichtest. Nutze dazu die Kommentarfunktion unter der Akionsanleitung oder schicke uns deine Video-Botschaft...

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Kommentar (1)

  • Hallo zusammen,
    vielen lieben Dank für diesen spannenden und inspirierenden Beitrag zum Thema Second Hand Kleidung. Lange Zeit habe ich keine schöne Second Hand Kleidung mehr gefunden. Kurz vor Weihnachten war ich dann noch einmal mit einer guten Freundin unterwegs. Wir haben ganz tolle Kleidungsstücke für uns gefunden, zu einem super Preis. Ich werde jetzt wieder öfter dort vorbeischauen.

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