Wohnraumdiät: Weniger ist weniger! | EINRICHTEN

Wohnraumdiät: Weniger ist weniger! | EINRICHTEN

Da haben wir uns aber was vorgenommen. Ausgerechnet im Home-Office beginnen wir mit unserer Wohnraumdiät. Da wartet richtig Arbeit auf uns... Ein Aktion in vier Schritten.

Es ist gar nicht so einfach, sich von den Dingen zu befreien, die man über die Jahre seines Lebens angesammelt hat. Ein guter Weg ist, sich nach und nach von den Sachen zu trennen, sonst steht man vor einem Berg von Entscheidungen: Was brauche ich noch? Was benötige ich vielleicht - irgendwann? Und was kann auf jeden Fall weg? Mit dieser Aktion haben wir uns daran gemacht, nach und nach unsere Wohnung schlanker zu machen. Verschenken, verkaufen oder wegschmeißen? Es gibt viele Wege, sich von etwas zu trennen, wenn man erst mal den ersten Schritt bereit ist zu gehen.

Dieses kleine Experiment hilft

Mach mal diesen ganz einfachen Test: Schließe deine Augen und versuche Dir vorzustellen, wie viele Dinge Du besitzt.

  • Beginne bei den Gegenständen die sich in deiner Nähe befinden
  • Zum Beispiel in dem Raum, in dem du dich jetzt gerade aufhältst
  • Arbeite dich dann gedanklich dann immer weiter vor
  • Zimmer für Zimmer. Regal für Regal, Schublade für Schublade, Keller, Dachboden.

Lass dir etwas Zeit und stelle Dir jedes Teil einen Augenblick vor...

Bemerkst du was? Spürst Du, wie viele Sachen Du nicht nur äußerlich, sondern auch in dir mit herum schleppst? Und "schleppen" ist genau das richtige Wort. Denn was von alledem brauchst du wirklich? Was ist nur Ballast für die Seele? Hast Du das mal überlegt? Wir schon... In dieser Aktion machen wir deshalb eine kleine Wohnungsdiät. Wir machen eine Inventur und versuchen ordentlich was loszuwerden, uns frei zu machen von all den Gegenständen um uns herum.

Nur ein paar Zahlen

Unsere Gesellschaft macht keinen glücklichen Eindruck. Wir kaufen und kaufen und kaufen, als gäbe es kein morgen. Und wenn wir unsere Wünsche erfüllt haben, dauert es nicht lange und wir wollen etwas Neues, Besseres, Moderneres.

  • 2016 waren 84 % aller deutschen Haushalte mit Flachbildschirmen ausgestattet. Und wahrscheinlich bleibt es nicht beim kleinsten Modell.
  • 92,7 % der Deutschen hatten 2013 ein Handy. 99,7 % einen Kühlschrank und immerhin 94,5 % eine Waschmaschine.
  • 42 % aller Deutschen tauschen alle zwei Jahre ihr Mobiltelefon aus.
  • 122 Megatonnen CO2 sollen dabei laut Greenpeace entstehen, 60% allein schon durch die Produktion.
  • Wie gesagt: 10.000 Dinge, so heißt es, besitzen wir im Durchschnitt und diese verteilen wir auf 46,2 qm2 – die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner. Bei einem 3-Personen-Haushalt also schon 30.000 Sachen.

Wohnungsdiät in vier Schritten

1. Schritt: Inventur

Der erste Schritt ist der aufwändigste: Die Inventur! Wir listen alles auf – zumindest so gut es geht. Denn nur so können wir uns später entscheiden, was wir loswerden wollen. Es hilft, die Dinge in Gegenstandsgruppen aufzuteilen, wie zum Beispiel Kartons & Aufbewahrung, Ordner & Ablagen, Papiere & Werbung, Zeitschriften & Kataloge, Bücher & CDs, Technische Gegenstände, Möbel. Das macht das Zählen leichter. In unserem Fall haben wir uns einfach erst mal Wand für Wand vorgenommen und dann noch die Dinge, die anderswo im Raum stehen, liegen, hängen...

2. Schritt: Die 12-Monatsregel

Kennst Du die 12-Monatsregel? Bei der sucht Du alle Dinge heraus, die Du schon länger als 12 Monaten nicht mehr benutzt oder an sie gedacht hast. Was davon kann weg? In unserem Fall war das einiges. Manche Sachen liegen ja nur für einen besonderen Moment da und warten auf ihren Einsatz. Dann haben sie auch ihre Berechtigung. Andere aber stauben mit den Jahren immer weiter ein und auch wenn man denkt, dass ihre Stunde wohl noch kommt, bleiben sie stets unangetastet. Überleg mal, ob die dann nicht jemand anderes viel besser brauchen könnte. Es gibt genügend Menschen und Einrichtungen, die sich wirklich darüber freuen würden. warum also, soll es bei Dir zum Staubfänger werden?

3. Schritt: Gelassenheit

Wenn man sich was in den Kopf gesetzt hat, dann soll es ja meist 1000-prozentig umgesetzt werden. Sei aber bitte nicht zu hart mit den Dingen und mit dir. Manche Sachen sind für andere vielleicht absolut wertlos, sind aber Teil Deiner persönlichen Geschichte. Ich habe zum Beispiel einen Stoffelefant. Eli. Den habe ich seit 1967, also schon 50 Jahre. Sentimental, ich weiß, aber den gebe ich nicht wieder her. Denn einen kleinen Affen von früher, Mungo, habe ich irgendwie verloren. Das wurmt mich noch heute. Es ist wichtig, nicht zu streng mit sich zu sein. Einige wenige Dinge gehören nun mal zu dir. Du würdest es ganz sicher später bereuen, sie weg getan zu haben. Es kommt nicht darauf an, dass Du alles los wirst, sondern darauf, dass du zu deinen Sachen wieder eine Beziehung herstellst. Also halte sie in Ehren!

4. Schritt: Mehrfachnutzen

Übrigens gibt es einige Dinge, die sich mehrfach nutzen lassen. Darauf haben wir auch geachtet und sie tendenziell behalten. So, wie zum Beispiel der Hammer, im Gegensatz zum Käseschneider. Vielleicht kann man auch den irgendwie anders einsetzen. Aber es fällt schon auf, dass man Dinge die man nur für eine Gelegenheit nutzen kann eben seltener nutzt und dass sie recht häufig eher ein "trendiger" Effektkauf war. Aber hier sollte wirklich jeder wissen, was er wie und wann wofür nutzen will. Es geht nur am das Prinzip.

Erstes Fazit

Wir sind von mehr als 20.000 Dingen (!) im Büro (einschließlich Papierseiten) runter auf knapp unter 10.000. Einige Sachen sind bereits zum Recyclinghof gebracht, andere wurden gespendet oder verschenkt. Doch das ist noch nicht alles. Sowohl im Büro als auch in den anderen Räumen soll es die nächsten Wochen weitergehen. Mein ehrgeiziges Ziel ist, insgesamt zunächst ein Drittel aller Sachen loszuwerden. Mal schauen, was dann kommt. Bei Bücher und anderen Sammlungen kann es noch ganz schön schwierig werden. Aber wie sagte ein kleiner Junge in dem wirklich tollen Dokumentarfilm, "Auf dem Weg zur Schule", den wir gerade gesehen haben: "Wir kommen ohne was und wir werden auch ohne was wieder gehen. Das sollten wir nie vergessen." Und das ist eine Wahrheit, die wir in unserer Gesellschaft nur allzu oft verdrängen.

Unsere Wohnraumdiät geht weiter. Denn es tut wirklich gut, sich in mehr als nur einer Beziehung Luft zu verschaffen.

Aktion: Wohnraum-DiätAktion: Wohnraumdiät

Der wichtigste Schritt, um sich von unnötigen Dingen und Lebensballast zu befreien ist gar nicht so schwierig. Man muss nur irgendwo anfangen, dann bringt es sogar Spaß. Schau einfach in die Aktion "Wohnraum-Diät?" rein, um unsere Ideen und Tipps zu bekommen.

Aktion: Wohnraum-Diät

 

Tipp: Das Minimalistenzimmer

Um zu sehen, ob so ein reduzierter Lebensstil tatsächlich etwas für dich ist, kannst du dir in deiner Wohnung auch erstmal ein einziges minimalistisches Zimmer einrichten. Diesen Tipp haben wir von Tiki Küstenmacher und aus seinem lesenswerten Buch „Simplify Your Life“. Du kannst zum Beispiel erstmal dein Bad entrümpeln (und bei der Gelegenheit vielleicht auch plastikfrei machen) oder dein Schlafzimmer (was besonders gut sein soll für einen erholsamen Schlaf).

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