Berndt Hinzmann über faire Kleidung | KLAMOTTEN

Berndt Hinzmann über faire Kleidung | KLAMOTTEN

Warum brauchen wir faire Kleidung? Und vor allem: Wie können wir die bekommen? Berndt Hinzmann ist bei der Nichtregierungsorganisation INKOTA-netzwerk (www.inkota.de) für die Kampagne für Saubere Kleidung zuständig. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den Missständen in der Modeindustrie – und auch damit, wie sich diese beheben lassen.

Die Zustände: Untragbar

Im April ist die Katastrophe von Rana Plaza vier Jahre her. Damals stürzte in Bangladesh ein Hochhaus ein, in dem vor allem Näherinnen unsere Kleidung zusammennähten: Im Akkord, in Hitze und Staub, stundenlang, mit einem Lohn, der nicht zum Leben reicht – und, wie sich zeigte, unter Sicherheitsbedigungen, die über 1.000 Menschen das Leben kosteten und fast 2.500 Menschen verletzten. Manche so stark, dass sie nicht mehr arbeiten können und ganz ohne Lohn dastehen.

Eine Versicherung oder gar eine Entschädigung gab es für diese Menschen nicht. Sie hatten auch schlicht keine rechtlichen Möglichkeiten, so etwas einzufordern. Damals wachten viele auf und forderten lautstark ein Ende dieser untragbaren Zustände – nicht nur Verbraucher*innen, sondern auch Unternehmen, Verbände und die Politik. Das hat etwas bewirkt. Doch es reicht noch nicht.

Was seit dem geschehen ist, wie es weitergehen könnte und warum jede*r Einzelne von uns etwas zu einer positiven Veränderung beitragen kann und muss – darüber haben wir mit Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk per Skype in diesem Video-Interview gesprochen.

Aktion: NachfragenAktion: Nachfragen

Übrigens: Wenn du selbst etwas verändern willst, dann mach doch bei einer unserer Aktionen mit. Zum Beispiel bei der Aktion "Nachfragen". Die erfordert ein bisschen Mut, denn es geht darum, in den Läden einmal konkret nachzufragen, unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde. Aber – wie auch Berndt Hinzmann bestätigt – solche Aktionen bringen viel. Denn sie zeigen den Herstellern, Anbietern und Händlern, dass wir nicht mehr wegsehen, sondern uns für eine bessere Welt einsetzen.

Zur Aktion: Nachfragen

Mitmach-Tipp: Fashion Revolution

Übrigens: im kommenden Monat findet diese Aktion auch weltweit statt. Die Organisation Fashion Revolution ruft dann Menschen in allen Ländern dieser Erde dazu auf, nachzufragen. Wir hier sollen ein Foto von uns machen und fragen #whomademyclothes. Die Näher*innen und anderen Hersteller*innen können sich mit dem Hashtag #Imadeyourclothes fotografieren.

Sich gegenseitig zu sehen – das Gesicht in der Masse kennen zu lernen – und zu erkennen, dass da ein Mensch sitzt, wie du und ich – mit Hoffnungen, Träumen und Ideen. Wir denken, das bringt schon ganz schön viel, um sich mit denen solidarisch zu zeigen, die täglich für unser schickes Aussehen schuften... >> http://fashionrevolution.org

Bei den Schuhen geht es weiter

Schuhe haben viele noch nicht auf dem Zettel, wenn es um Fairness geht. Dabei sind hier die Missstände oft sogar noch gravierender. "Unsere Studien zu Indien und Osteuropa schilderten die untragbaren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bei der Herstellung von Leder und Schuhen. Gleich mehrere TV-Dokumentationen griffen das Thema auf, u.a. 'Giftiges Leder' (arte), 'Leder aus Indien' (BR Kontrovers) und 'Der Preis der Turnschuhe' (SWR)", erklärt Berndt Hinzmann.

Auch hier ist das INKOTA-netzwerk dran und macht unter anderem Ende März 2017 einen Aktions-Workshop zu dem Thema (www.inkota.de/mitmachen/aktionsworkshop-2017).

A propos Aktionen: Aktionspreis 'Die spitze Nadel'

Übrigens: Aktiv werden und die Öffentlichkeit mit kreativen Aktionen auf die Umstände in der Mode- und Schuhindustrie aufmerksam machen – das hat laut Berndt Hinzmann schon eine große Bedeutung. Das zeige den Politikern und Unternehmen, so meint er, dass da nicht nur ein paar Wenige sich dran stören. Sondern dass es schon die Allgemeinheit der Menschen in Deutschland ist, die sagt: So geht das nicht weiter! Wir wollen das nicht mehr!

Deshalb hat das INKOTA-netzwerk auch noch den Preis "SPITZE NADEL" ausgeschrieben, der Aktionen prämiert, die sich gegen die menschunwürdigen Zustände in der Modeindustrie wenden. Noch bis Ende März könnt ihr euch dort bewerben. Es winken bis zu 10.000 Euro Preisgeld.

 

Egal wie und wo ihr euch einsetzt – es bringt viel mehr, wenn du darüber berichtest:

Hast du eine Botschaft?

18 Monate lang wollen wir uns mit 18 Themengebieten beschäftigen, die alle ein Ziel haben: Die Welt zu retten. Wie also kann unser Körperbewusstsein, unsere Gesundheit, können Bewegung und Harmonie unsere Haltung verbessern? Wie finden wir eine gute Beziehung zu unserem Körper?

Wenn du dazu Ideen, eine Meinung, Tipps oder auch nur Fragen hast, dann schick uns deine Video-Botschaft!

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