Aktion: Saatgutvielfalt selber machen

Aktion: Saatgutvielfalt selber machen

Die Vielfalt an Pflanzenarten nimmt nicht nur in der Wildnis ab, sondern auch bei uns auf den Äckern und in den Gärten. Warum das so ist und was du für eine Saatgutvielfalt tun kannst - darum geht es in diesem Beitrag.

Wie alles begann...

Früher, als die Menschen mit dem Ackerbau begannen, sorgten sie zunächst einmal für eine Vervielfältigung von Arten und Sorten: Jede Bäuerin und jeder Bauer zog sein Getreide, Obst und Gemüse entsprechend seiner oder ihrer Bedürfnisse und der Bedingungen seiner Umgebung. So entstanden über die Jahrhunderte ganz viele verschiedene Sorten, die jeweils optimal angepasst waren.

Irgendwann setzten sich Saatguthersteller durch. Die Bauern zogen ihr Saatgut für das nächste Jahr nicht mehr unbedingt selbst, sondern kauften es bei den Saatgutherstellern. So gab es laut Ludwig Watschong, Saatgutzüchter von alten Sorten, vor 50 Jahren in Deutschland noch rund 30 bis 50 mittelständische Saatguthersteller, die jeweils ihr eigenes Sortiment hatten.

Wie ging Saatgutvielfalt verloren?

Dann gab es eine gewaltige Marktkonzentration. Und heute sind es gerade mal 3 Saatgutkonzerne, die über 60% des weltweiten Marktes beherrschen. Kein Wunder, dass da die Vielfalt abnimmt, denn mit jeder Übernahme oder Insolvenz wurde natürlich das jeweilige Sortiment des Saatgutherstellers eingestellt oder reduziert.

So kommt es, dass heute laut Anja Banzhaff - die das lesenswerte Buch "Wer die Saat hat, hat das Sagen" geschrieben hat - uns Menschen zwar 250.000 Pflanzenarten bekannt sind, von denen wir 50.000 essen könnten. Doch für unsere Ernährung nutzen wir nur 7.000 Pflanzenarten - und mit gerade mal 3 Pflanzenarten decken wir über 60% unserer Ernährungsenergie ab. Schade, oder?

Wie ich Saatgutvielfalt retten will

Deshalb habe ich mir in dieser Aktion vorgenommen, die Arten- und Sortenvielfalt in unserem Garten zu mehren. Wie? Zum einen, indem ich das Saatgut für unser Gemüse nicht einfach im nächsten Garten-Center kaufe, sondern bei Saatgutherstellern wie zum Beispiel Dreschflegel oder den Tomatenrettern, die alte Obst- und Gemüsesorten retten.

Und außerdem habe ich dieses Jahr auch zum ersten Mal Saatgut selbst hergestellt. Das ist nicht bei allen Arten einfach. Bei Möhren zum Beispiel, hat mir Ludwig Watschong gesagt, braucht man sehr viele Pflanzen, damit sie sich bei der Bestäubung nicht degenerieren. Doch bei Tomaten geht es recht einfach und deshalb habe ich genau das ausprobiert.

So kannst du Tomatensaatgut selber machen

In den Video zeige ich euch, wie das geht. In der folgenden Aktion findest du aber auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du die richtigen Tomaten auswählst, das Saatgut gewinnst und Tomaten anbaust.

aktion: Tomatensaatgut selber machenAktion: Tomatensaagut selber machen

Hier erfährst du, wie die die richtigen Tomaten für dein Saatgut auswählst, die Samen gewinnst, lagerst und im nächsten Frühjahr schöne Tomatenpflanzen ziehst.

Aktion Tomatensaatgut

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