Aktion: Moos-Graffiti | GRÜNES

Aktion: Moos-Graffiti | GRÜNES

„Eine andere Welt ist pflanzbar“ lautet das Motto der Urban- und Guerilla-Gardening-Aktivist*innen rund um die Welt. Gärtnern kann nämlich politisch sein. Direktes und auch noch schönes Beispiel: Das MoosäGraffiti. Das will ich heute mal ausprobieren.

Ich hab im Internet nachgeschaut und herausgefunden, dass ich dazu folgendes brauche:

Zutaten für das Moos-Graffiti
  • 3 Tassen Moos
  • 2 Tassen Milch, Buttermilch oder Joghurt (Sojajoghurt soll auch gehen)
  • 2 Tassen Wasser oder Bier
  • 1/2 TL Zucker
  • einen Mixer
  • Ein Behälter für die „Farbe“
  • Ein Pinsel zum Auftragen
  • ggf. eine Schablone (für besonders scharfe Ränder die Moosfarbe trocknen lassen, bevor du die Schablone entfernst)

Wichtiger Hinweis: Ich habe gemerkt, dass diese Menge für ein wirklich sehr großes Graffiti reicht. Wenn ihr erst mal kleiner anfangen und das Ganze ausprobieren wollt (wie ich), dann reicht die Hälfte – oder mir hätte sogar ein Viertel der Menge gereicht.

Der richtige Standort für ein Moos-Graffiti

Erst mal vorweg, es heißt die Moose und nicht das Moos. "Nach heutiger Auffassung haben sie sich vor etwa 400 bis 450 Millionen Jahren aus Grünalgen der Gezeitenzone entwickelt", schreibt Wikipedia. Es soll rund 16.000 Arten von Moosen geben und das hierfür wichtigste Merkmale von Moosen ist, dass sie keine Wurzeln schlagen. Statt dessen sollen sie die Nährstoffe durch Flüssigkeiten über die Blätter aufnehmen.

Deshalb sind Moose auch sogenannte Pionierpflanzen, die auf leblosen Untergrund als erste siedeln können (beispielsweise Steinen) und dadurch Biomasse können, auf der dann auch anderes wachsen kann. Ideale Bedingungen für das Graffiti eigentlich.

Dennoch wachsen Moose nicht überall. Natürlicherweise wachsen sie vor allem im Wald und überall dort, wie es schattig, feucht und kühl ist. Der ideale Standort für dein Moos-Graffiti sollte also diese Bedingungen bieten können, sonst vertrocknet das Ganze wahrscheinlich nur. Ideal sind daher Nordwände oder andere Wände, die sich im Schatten befinden. Am besten ist es auch, wenn du dein Moos-Graffiti anfangs regelmäßig mit Wasser besprühst, damit es genug Feuchtigkeit bekommt.

Die richtige Moos-Art wählen

Am besten ist es, wenn du die Moos direkt in der Nähe des letztlichen Standortes findest. Dann sind die Pflanzen bereits ideal an die Bedingungen angepasst. Nach dem Mixen und Auftragen sollte das Moos-Graffiti innerhalb weniger Wochen gewachsen sein. Es gibt aber auch Berichte, dass die ganzen Mixturen und Anleitungen gar nicht so funktionieren, wie das oft geschildert wird.

Moos-Graffiti-Farbe

Bei den Gartenpiraten.net habe ich zum Beispiel einen Beitrag gefunden, bei dem jemand nach 1,5 Jahren Experimentieren zu dem Schluss gekommen ist, dass das mit der Moss-Graffiti-Farbe nicht so funktioniert. Die Moos-Graffitis sind hier entweder vertrocknet oder verschimmelt. Und wenn man sich die Beispielsfotos genauer ansieht, dann denkt man eigentlich auch eher, dass die Leute Moose eingesammelt und dieses dann in Form geschnitten haben, so scharf sind da die Kanten (was man sich bei natürlichem Wuchs nicht unbedingt vorstellen kann).

Es kann aber auch daran liegen, dass das Moos Graffiti einfach nur gut gepflegt ist. Denn wenn das Moos Graffiti was wird, dann soll man es regelmäßig an den Rändern schneiden, damit die Form erhalten bleibt. Eine normale Küchenschere soll dafür ausreichen, um für klare Kanten zu sorgen.

Bei mir ist das Moos-Graffiti nun gerade frisch aufgetragen und ich bin gespannt, ob es was wird. Ich werde euch hier auf dem Laufenden halten und – wenn es was wird – mit Fotos versorgen.

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