Weg mit dem Plastik | HAUSHALT

Weg mit dem Plastik | HAUSHALT

Vielleicht erinnerst du dich noch an eine Szene aus dem Film "Die Reifeprüfung", mit Dustin Hoffman? Auf einer Party trifft er einen Mr. McGuire. Und dieser Mr. McGuire nimmt den jungen Ben, so heißt Dustin Hoffman in seiner Rolle, kurz beiseite und sagt: "Ich möchte dir nur ein Wort sagen: Plastik!" Plastik, so meint Mr. McGuire, das ist die Zukunft. Und man muss sagen, Mr. McGuire hat Recht behalten.

Der Film ist von 1967 und wenn man sich die heutige Zeit anguckt, dann kann man sagen: Wir sind überhäuft von Plastik. Wir haben Plastikberge, Produkte die darin eingepackt sind und wir wissen eigentlich schon gar nicht mehr wohin damit. Wenn man in die Supermärkte rein geht, wir haben das ja alles schon durchgespielt, dann ist es dort voll mit Plastik. Bis unter die Decke, hat man den Eindruck. Deswegen machen wir eine Aktion. Die nennt sich: "Weg mit Plastik". Wir fragen uns: Was kann man tun, um Plastik im eigenen Haushalt zu reduzieren?

Wie gut das klappt und wie wir da vorgegangen sind, das zeigt der Film.

Der Plastikmüll von einer Woche

Das hier ist die Ausbeute einer Woche - das heißt, unser Einkauf von einer Woche und wir haben hier bereits reduziert...

Screen: Wochenmüll

Man kann unterschiedliche Dinge sehen und vielleicht sind auch manche Sachen dabei, die jetzt einfach leer geworden sind, die wir deswegen wegschmeißen. Verpackungen die aufgebraucht sind. Aber trotzdem: Das fiel in einer Woche an. Wir haben Sachen, wie Jogurt-Becher, wo wir das Papier drumherum abgenommen haben. Wir haben von den Hundebeuteln noch die Reste, alte Ketchupverpackungen, Verpackungen von Früchten und wir haben schon versucht, weniger Plastik einzukaufen. Und dennoch ist es so viel. Und wenn man das mal hochrechnet und sich überlegt, was das wohl im ganzen Monat ausmacht, was es im Jahr ausmacht oder was alle Deutschen zusammen in einem Jahr an Plastik einkaufen, dann sind die Zahlen einfach gigantisch -  wie du hier sehen kannst.

Kunststoffverbrauch

Im Jahr 2015, die Zahlen werden alle zwei Jahre industrieseitig erhoben, verarbeitete die Kunststoffindustrie rund 12,06 Mio. Tonnen Kunststoffe. Ein Zuwachs von 2,6 % im Gegensatz zu 2013.

Screen: Plastikverarbeitung 2015

Der Kunststoffverbrauch in Deutschland lag, nach Bereinigung um Im- und Exporte, bei 10,1 Mio. Tonnen. Eine Erhöhung von 4,6 % im selben Zeitraum.

Auch der Abfall stieg an: Und zwar auf 5,92 Mio. Tonnen und um 4,23 %. Nicht nur Mr. McGuire aus der Reifeprüfung würde sich da wohl die Hände reiben.

Screen: Kunststoffverbrauch und -abfall

(Quelle: Umweltbundesamt)

Für uns ist es allerdings ein echtes Desaster, wenn man über die Folgen nachdenkt. Denn so viel Plastik kann einfach nicht recycelt werden.

Wer verbraucht so viel Kunststoffe?

So zeigt diese Grafik sehr deutlich, welche Branchen wie viel Prozent der Gesamtmenge an Kunststoff verarbeiteten. Weit im Vordergrund, mit über einem Drittel die Verpackungsindustrie. Wen wundert´s?

Screen: Kunststoffverbrauch nach Branchen

Und auf dieser Grafik kann man sehen, wie der Anteil der energetischen Verwertung mit den Jahren immer weiter stieg. Energetisch heißt hier, dass sie nicht recycelt, sondern für die Energiegewinnung verbrannt werden.

Screen: Verwertung Kunststoffabfälle

Und zuletzt auf dieser Grafik sehen wir, wo die Kunststoffabfälle hauptsächlich verbleiben. Vieles wird zu Restmüll, wandert auf den Sperrmüll, wird geschreddert. Uns erscheint das "Konzept Plastik" weder rund noch sinnvoll zu sein.

Screen: Aufkommen und Verbleib der Kunststoffabfälle

(Quelle: Umweltbundesamt)

Die Aktion

Doch was können wir tun, um Plastik in unserem Haus zu reduzieren? Das haben wir uns gefragt und das probieren wir aus in der Aktion. Der erste von zwei Schritten lautet:

1. Schritt: Plastikfrei Einkaufen

Im ersten Schritt analysieren wir unseren Einkauf. Es geht darum, einen Monat lang so wenig neues Plastik wie möglich ins Haus zu lassen. Was bei uns so leidlich gut funktionierte. Hierzu machen wir drei Listen und hängen sie irgendwo gut sichtbar auf. Wir bei uns haben das in der Küche gemacht.

Screen: Weg mit Plastik - Erster Schritt

  1. (Dringend/einfach)
    Auf dem ersten Zettel notieren wir alle Dinge, die wir schnell bekommen und oft brauchen, in unserem Fall zum Beispiel Obst, Gemüse, Brot und Wasser. Außerdem alles das, was wir schnell und einfach in einer plastikfreien Version besorgen können. Das ist die Liste, die wir oft erledigen können, bzw. müssen.
  2. (Eilt nicht/schwierig)
    Auf den zweiten Zettel schreiben wir Sachen, die nicht so dringend sind. Die wir womöglich in ein bis zwei Wochen benötigen. Produkte die wir nicht so einfach plastikfrei bekommen und wo wir nach Alternativen suchen. Wo wir vielleicht auch mal etwas weiter fahren müssen, um sie zu bekommen.
  3. (Muss nicht/unmöglich plastikfrei)
    Auf den dritten Zettel schreiben wir all die Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen und auf die wir vielleicht sogar verzichten können. Sachen, die nicht plastikfrei zu haben sind, wo wir nach Alternativen suchen. Was können wir davon noch selbst herstellen, wie die Bedürfnisse dahinter anders befriedigen? Wie haben es Menschen früher – vor dem Plastik gelöst?

2. Schritt: Plastik aussortieren

Und im zweiten Schritt geht es darum, Bilanz zu ziehen und auszumisten. Und der Schritt hat es in sich...

Nimm dir einfach ein paar Schmierpapiere oder lade Dir diese Liste herunter, die du auf der Aktionsseite und hier findest.

(Download-Link)

Dann gehst du von Raum zu Raum und trägst alles ein, was aus Plastik ist. Das heißt, du machst eine Bilanz und schaust dir alles genau an.

Screen: Weg mit Plastik - Bilanz 1

Einmachglas und andere Glasgefässe statt Tubberware - das geht.

Screen: Weg mit Plastik - Bilanz 2

Für die Körper-, bzw. Zahnpflege gibt es jede Menge plastikfreie Alternativen.

Screen: Weg mit Plastik - Bilanz 3

Unser Duschvorhang ist aus Kunststoff. Bisher haben wir noch keine wirklich gute Alternative gefunden.

Screen: Weg mit Plastik - Bilanz 4

Ganz übel wird´s im Büro. Oder gibt es für Rechner, Monitore, Lautsprecher, Telefon...

Screen: Weg mit Plastik - Bilanz 5

und Tastatur eine Alternative ohne (oder mit wenig) Plastik?

Screen: Weg mit Plastik - Bilanz 6

Wir sind dankbar für alle Tipps und Ideen.

Überlege bei jedem Gegenstand:

  1. Gibt es eine plastikfreie Variante?
  2. Willst du die Plastikversion durch eine plastikfreie ersetzen?
  3. Was machst du in diesem Fall mit dem alten Gegenstand?

Will ich ihn: Verschenken? Verkaufen? Tauschen? Entsorgen? Upcyclen?

Fazit

Wir sagen auch nur ein Wort: Plastik...

Wir können es zwar verschenken, tauschen, upcyclen, es verkaufen - aber es bleibt irgendwie immer noch in der Welt. Und es hält Jahre, teils sogar Jahrhunderte und bleibt den kommenden Generationen erhalten. Wir haben da noch keine wirkliche Lösung, außer

  • wir reduzieren es
  • versuchen Sachen möglichst lange zu erhalten
  • achten beim Kauf schon darauf, was wir uns besorgen
  • suchen nach Alternativen

Wir überlegen, wie wir einfach weniger Plastik in unser Leben und unser Haus lassen.

Wenn ihr Ideen habt, was man machen kann, wo es Alternativen zu bestehenden Plastikprodukten gibt, dann sagt Bescheid. Schreibt Kommentare oder schickt eine Videobotschaft. Wir recherchieren weiter und wir hoffen, Ihr bleibt am Ball. Wir werden weiter berichten, wie es uns ergeht und werden auch die Ergebnisse zeigen. Denn es kommt einiges an Ergebnissen zusammen und wir sind natürlich auch froh - und wir sind auch froh, wenn wir mal mit dem Thema Haus durch sind - das können wir allerdings sagen...

Aktion: Weg mit PlastikWir können uns eine Welt ohne Plastik kaum noch vorstellen. Doch Plastik schadet oft der Umwelt und unserer Gesundheit. Mache die Aktion: Weg mit Plastik", ziehe Bilanz und versuche plastikfreie Alternativen zu finden.

Aktion: Weg mit Plastik

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